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Matthieu Blazy reinterpretiert die Chanel-Ikonen: Was macht das mit Vintage-Preisen?

Flachere Steppung, weichere Silhouette, neue Proportionen: Matthieu Blazy verändert 2.55 und Classic Flap bei Chanel spürbar. Was der Kreativdirektor-Wechsel für ältere Lagerfeld-Ära-Modelle auf dem Pre-Owned-Markt bedeuten könnte.

Bagsplora Redaktion
KI-generiertes Bild: Matthieu Blazy reinterpretiert die Chanel-Ikonen: Was macht das mit Vintage-Preisen? KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze:

  • Chanel überarbeitet unter Kreativdirektor Matthieu Blazy die 2.55 und den Classic Flap für die Spring-Summer-2026-Kollektion.
  • Flachere Steppung, weichere Proportionen, ein bewusst „undone" wirkender Look – die Grundformen bleiben, die Wirkung ändert sich deutlich.
  • Größere Silhouetten kommen zurück: Executive Tote und Supermodel Tote erhalten überarbeitete Versionen.
  • Für den Pre-Owned-Markt stellt sich eine Frage, die sich erst über die kommenden Saisons beantworten lässt: Gewinnt die alte, straffe Steppung an Seltenheitswert?

Ein neuer Kreativdirektor bei Chanel ist immer ein Ereignis. Ein neuer Kreativdirektor, der ausgerechnet an der 2.55 und dem Classic Flap etwas verändert, erst recht. Genau das passiert gerade: Matthieu Blazy überarbeitet mit seiner Spring-Summer-2026-Kollektion zwei der bekanntesten Taschen der Modegeschichte. Nicht radikal. Aber spürbar.


Was sich am Design konkret verändert

Blazy tastet die Grundformen nicht an. Die Doppelklappen-Konstruktion bleibt. Der Mademoiselle-Drehverschluss bleibt ebenfalls. Verändert hat sich die Wirkung: Die 2.55 zeigt jetzt eine flachere Steppung, eine weichere, fast schon bewusst „undone" wirkende Silhouette. Wo frühere Interpretationen auf strenge Präzision setzten, wirkt Blazys Version entspannter, weniger formell.

Auch bei den größeren Formaten tut sich etwas. Die Executive Tote und die Supermodel Tote kehren in überarbeiteten Versionen zurück – ein Signal dafür, dass Chanel unter Blazy nicht nur die kleinen Ikonen, sondern auch die größeren Alltagsformate neu denkt. Am meisten Gesprächsstoff lieferte trotzdem ein anderes Modell: die Small Shopping Bag aus der ersten eigenen Kollektion. Sie wurde bei Redakteur:innen, Einkäufer:innen und Stilikonen schnell zum meistgewünschten Stück der Saison – ein deutliches Signal dafür, wie gut Blazys erster großer Wurf ankommt.


Ein Muster mit Geschichte

Modehäuser haben mit Kreativdirektor-Wechseln schon öfter erlebt, was jetzt bei Chanel beginnt – auch Bottega Veneta durchläuft das gerade unter Louise Trotter. Bei Céline etwa lässt sich seit Jahren beobachten, wie stark das Interesse an Archivstücken aus der Phoebe-Philo-Ära gestiegen ist, nachdem die Marke unter neuer Leitung einen anderen Weg eingeschlagen hatte. Die Logik dahinter ist einfach: Verändert sich das aktuelle Angebot spürbar, richten Sammler:innen und Käufer:innen ihren Blick verstärkt auf das, was es davor gab – gerade wenn dieses „Davor" plötzlich wie eine abgeschlossene, nicht wiederholbare Design-Epoche wirkt.

Ob sich dieses Muster bei Chanel in gleicher Deutlichkeit wiederholt, lässt sich Anfang 2026 noch nicht seriös vorhersagen. Die Ausgangslage ähnelt sich aber: eine über Jahrzehnte etablierte Formensprache, ein neuer Kreativdirektor mit eigener, erkennbarer Handschrift, und eine Käuferschaft, die genau hinschaut.


Was das für Käufer:innen älterer Modelle bedeutet

Wer bereits eine Classic Flap aus der Lagerfeld-Ära besitzt, muss jetzt nichts überstürzen. Ein plötzlicher Wertsprung ist nicht zu erwarten, schon gar nicht kurzfristig. Interessant wird die Entwicklung eher über die nächsten ein bis zwei Jahre: Setzt sich Blazys weichere, flachere Interpretation als das neue Gesicht der Marke durch, dürfte die straffere, klassische Steppung zunehmend als eigenständige, in sich geschlossene Design-Ära wahrgenommen werden – ähnlich wie es bei früheren Übergängen im Haus schon zu beobachten war.

Für alle, die aktuell über den Kauf einer gebrauchten Classic Flap nachdenken, heißt das konkret: Die Entscheidung zwischen der klassischen, straffen Steppung und einem neueren, an Blazy orientierten Look ist inzwischen auch eine Design-Entscheidung mit möglicher langfristiger Wertkomponente – nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks.


Häufige Fragen zu Chanel unter Matthieu Blazy

Wer ist Matthieu Blazy und was ändert er bei Chanel?

Matthieu Blazy ist seit 2025 Kreativdirektor bei Chanel. In seiner Spring-Summer-2026-Kollektion überarbeitet er die Ikonen des Hauses – darunter 2.55 und Classic Flap – mit flacherer Steppung, weicheren Proportionen und einer bewusst „undone" wirkenden Silhouette.

Bleiben die klassischen Erkennungsmerkmale erhalten?

Ja. Die Doppelklappen-Konstruktion und der Mademoiselle-Drehverschluss bleiben Teil des Designs. Verändert haben sich vor allem Proportionen, Steppmuster und die Gesamtwirkung der Silhouette.

Welches neue Modell hat sich 2026 besonders durchgesetzt?

Die Small Shopping Bag aus Blazys erster Kollektion wurde bei Redakteur:innen, Einkäufer:innen und Insiderinnen schnell zum meistgewünschten Modell der Saison.

Werden ältere Classic-Flap-Modelle aus der Lagerfeld-Ära dadurch wertvoller?

Belastbare Marktzahlen dazu gibt es noch nicht. Erfahrungsgemäß erhöht ein spürbarer Design-Wechsel aber häufig das Interesse an der vorherigen, unveränderten Version – vor allem bei Käufer:innen, die gezielt die straffere, klassische Steppung suchen.


Fazit: Ein Übergang, der Geduld verlangt

Blazy verändert Chanel, ohne die Marke unkenntlich zu machen – ein schmaler Grat, den er bislang souverän meistert. Für den Pre-Owned-Markt lohnt sich vor allem Geduld: Wer eine klassische Classic Flap besitzt oder sucht, sollte die kommenden Saisons beobachten, statt jetzt schon auf einen schnellen Wertzuwachs zu spekulieren. Design-Übergänge dieser Größenordnung brauchen Zeit, bis der Markt sie wirklich einpreist – ähnlich geduldig, wie sich der Gebrauchtmarkt zuletzt schon auf Chanels wiederholte Preiserhöhungen eingestellt hat.


Quellen

Hinweis: Der Artikel basiert auf öffentlich zugänglicher Fachpresse-Berichterstattung zu den Chanel-Kollektionen unter Matthieu Blazy.

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