Diese unterschätzten Taschen haben sich im Wert vervielfacht
Nicht nur Chanel und Hermès steigen im Wert: Gucci Jackie, YSL Mombasa und Fendi Peekaboo haben sich auf dem Resale-Markt teils verzehnfacht. Eine Analyse der stillen Gewinner.
KI-generiert Wenn über Luxustaschen als Wertanlage gesprochen wird, fallen fast immer dieselben Namen: Chanel Classic Flap, Hermès Birkin und Kelly. Zu Recht — aber nicht ausschließlich. Der Luxury Resale Index 2026 von myGemma zeigt, dass sich auch einige lange unterschätzte Modelle im Wert vervielfacht haben, teils deutlich stärker als mancher vermeintliche Klassiker.
Woher stammen diese Zahlen?
Der Luxury Resale Index wird jährlich von myGemma veröffentlicht, einem auf Luxusgüter spezialisierten Wiederverkaufsunternehmen, das dafür eigene Transaktionsdaten über mehrere Jahre auswertet. Anders als reine Trendberichte misst der Index tatsächlich realisierte Wiederverkaufspreise — also nicht, was gesucht wird, sondern was am Ende tatsächlich bezahlt wurde. Genau das macht die folgenden Zahlen besonders aussagekräftig.
Gucci Jackie: die Zehnfach-Geschichte
Die Gucci Jackie ist das eindrücklichste Beispiel. Ursprünglich in den 1950er-Jahren entworfen und nach Jacqueline Kennedy Onassis benannt, die sie häufig öffentlich trug, führte die Tasche über Jahrzehnte ein Nischendasein, weit im Schatten von Guccis lauteren GG-Modellen. Das änderte sich 2020, als Alessandro Michele sie als Jackie 1961 neu auflegte — mit modernisierten Proportionen, aber demselben charakteristischen Halbmond-Verschluss.
Laut myGemma ist der durchschnittliche Wiederverkaufspreis seither von rund 294 US-Dollar im Jahr 2016 auf etwa 3.012 US-Dollar im Jahr 2026 gestiegen — eine Verzehnfachung. Bemerkenswert daran: Ein Großteil dieser Wertsteigerung betrifft nicht nur das neu aufgelegte Modell, sondern strahlt auch auf originale Vintage-Exemplare aus den 1990ern und frühen 2000ern aus, die inzwischen als eigene Sammlerkategorie gehandelt werden. Ob sich dieser Rückenwind angesichts Guccis aktuellem Comeback unter neuen Taschenlinien wie Borsetto und Paparazzo fortsetzt, dürfte sich in den kommenden Quartalen zeigen.
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YSL Mombasa: die vergessene Bucket Bag
Weniger bekannt, aber ähnlich beeindruckend: die Yves Saint Laurent Mombasa, ein Design aus der Tom-Ford-Ära der frühen 2000er mit charakteristischem Bambus-Ring-Henkel und weicher Eimerform. Zu ihrer Erscheinungszeit war sie ein echtes It-Piece — geriet danach aber über weite Strecken der 2010er-Jahre fast in Vergessenheit, auch weil YSL die Produktion irgendwann einstellte.
Laut myGemma hat sich ihr Wiederverkaufswert seither verachtfacht. Der Grund dürfte eine Mischung aus zwei Faktoren sein: Zum einen das allgemeine Comeback der Y2K- und frühen-2000er-Ästhetik, zum anderen die schlichte Tatsache, dass die Mombasa nicht mehr produziert wird — wer heute eine sucht, muss auf dem Sekundärmarkt fündig werden, was den Preis strukturell nach oben treibt.
→ YSL-Modelle im Vergleich: Saint Laurent auf bagsplora
Fendi Peekaboo: der stille Dauerbrenner
Die Fendi Peekaboo verzeichnet mit einer Verdreifachung ihres Wiederverkaufswerts einen deutlich moderateren, aber ebenfalls soliden Anstieg. Seit ihrer Einführung 2008 hat sich die Peekaboo nie ganz aus der Wahrnehmung verabschiedet — sie war nie ein reines Hype-Piece, sondern eher ein leiser Dauerbrenner mit ihrem charakteristischen Reißverschluss-Doppelfach, das der Tasche ihren Namen gibt.
Diese Beständigkeit macht sie zu einem interessanten Sonderfall in dieser Liste: Sie zeigt, dass auch ohne dramatisches Revival oder viralen Moment eine kontinuierliche Wertsteigerung möglich ist, solange das Grunddesign relevant bleibt.
→ Alle Peekaboo-Varianten: Fendi Peekaboo auf bagsplora
Céline Luggage: der Phoebe-Philo-Bonus
Die Céline Luggage Tote rundet die Liste mit einer Verdopplung ihres Wiederverkaufswerts ab — ein Effekt, der eng mit dem wachsenden Interesse an Phoebe Philos Céline-Ära zusammenhängt, das wir in einem separaten Artikel ausführlich behandeln. Die Luggage war während Philos Amtszeit (2010–2017) das meistverkaufte Modell des Hauses und gilt bis heute als Blaupause für die minimalistischen Shopper, die seither zahlreiche andere Marken kopiert haben.
Was diese vier Taschen gemeinsam haben
Beim Blick auf alle vier Beispiele fällt ein Muster auf, das sich für zukünftige Kaufentscheidungen nutzen lässt:
- Eine unverwechselbare Silhouette. Alle vier Modelle sind allein an ihrer Form erkennbar, auch ohne sichtbares Logo — der Halbmond-Verschluss der Jackie, der Bambusring der Mombasa, die Doppelfach-Front der Peekaboo, die klare Kastenform der Luggage.
- Eine Verbindung zu einer prägenden Designer-Ära. Jackie Kennedy und die Jackie, Tom Ford und die Mombasa, Phoebe Philo und die Luggage — jedes Modell trägt eine Geschichte, die über das reine Produkt hinausgeht.
- Begrenzte Verfügbarkeit über einen Zeitraum. Ob durch Produktionsstopp, Neuauflage oder einfach nachlassende mediale Präsenz — alle vier Modelle waren zeitweise schwerer zu bekommen als heute begehrte Klassiker, was ihre Knappheit auf dem Sekundärmarkt verstärkt hat.
Die Zahlen im Überblick
| Marke | Modell | Wertsteigerung | Zeitraum |
|---|---|---|---|
| Gucci | Jackie 1961 | ca. 10× (294 $ → 3.012 $) | 2016–2026 |
| Saint Laurent | Mombasa | ca. 8× | letzte Dekade |
| Fendi | Peekaboo | ca. 3× | seit Einführung 2008 |
| Céline | Luggage | ca. 2× | seit Philo-Ära |
Was das für deine eigene Kaufentscheidung bedeutet
Die Lehre aus diesen vier Beispielen ist nicht „kaufe genau diese Taschen", denn ein Großteil der Wertsteigerung liegt bereits in der Vergangenheit. Interessanter ist das Muster dahinter: Modelle mit klarer Formensprache, einer erzählbaren Geschichte und begrenzter Verfügbarkeit haben strukturell gute Voraussetzungen, um langfristig an Wert zu gewinnen — unabhängig davon, ob sie gerade im Rampenlicht stehen. Wer beim Taschenkauf nicht nur auf den aktuellen Hype schaut, sondern auf diese drei Faktoren, hat gute Chancen, die nächste unterschätzte Wertsteigerin selbst zu erkennen, bevor es alle anderen tun.
Häufige Fragen
Welche Tasche hat sich am stärksten im Wert vervielfacht?
Laut dem Luxury Resale Index 2026 von myGemma steht die Gucci Jackie an der Spitze: Ihr Wiederverkaufspreis ist seit 2016 um das Zehnfache gestiegen, von durchschnittlich rund 294 auf etwa 3.012 US-Dollar.
Warum wurden diese Taschen jahrelang unterschätzt?
Vor allem, weil sie nicht zu den Dauerbrennern Chanel oder Hermès gehörten und teils zwischenzeitlich aus der Produktion genommen wurden. Genau diese Kombination aus Ikonizität und begrenzter Verfügbarkeit hat sich rückblickend als Wertsteiger erwiesen.
Sind Wertsteigerungen dieser Größenordnung auch künftig zu erwarten?
Vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie für die Zukunft. Die genannten Steigerungen fanden über einen Zeitraum von rund zehn Jahren statt und hingen stark von Wiederentdeckung, Revival-Kollektionen und veränderter Nachfrage ab — Faktoren, die sich nicht zuverlässig vorhersagen lassen.
Wie erkenne ich selbst Taschen mit ähnlichem Wertsteigerungspotenzial?
Achte auf Modelle mit unverwechselbarer Silhouette, einer klaren Verbindung zu einer prägenden Designer-Ära und einer gewissen Produktionsknappheit — etwa durch Einstellung oder Limitierung. Diese Kombination hat sich bei allen hier genannten Beispielen wiederholt.
Fazit
Chanel und Hermès bleiben die verlässlichsten Wertträger im Luxustaschen-Segment — aber sie sind nicht die einzigen Gewinner. Gucci Jackie, YSL Mombasa, Fendi Peekaboo und Céline Luggage zeigen, dass auch abseits der üblichen Verdächtigen erhebliche Wertsteigerungen möglich sind, wenn Design, Geschichte und Verfügbarkeit zusammenspielen. Für Pre-owned-Käufer:innen lohnt sich deshalb ein Blick über den Tellerrand der immer gleichen Empfehlungslisten hinaus.
Quellen
- myGemma: „Luxury Resale Index 2026"
Hinweis: Alle genannten Preisangaben sind Durchschnittswerte des myGemma Luxury Resale Index und können je nach Zustand, Modellvariante und Händler abweichen.

